Rehkitzrettung in Zahlen
Warum der Einsatz so wichtig ist – und was Wärmebilddrohnen heute leisten.
Zahlen: Schätzungen u. a. aus dem Bundesförderprogramm Rehkitzrettung (BLE/BMLEH); genaue Werte schwanken je nach Quelle und Jahr.
So läuft die Rehkitzrettung mit der Wärmebilddrohne ab
Bevor eine Wiese gemäht wird, kann der Landwirt die Fläche beim Kitzretter e.V. anmelden. Der Verein koordiniert den Einsatz, stimmt sich mit den Beteiligten ab und bringt Piloten und Bodenhelfer zusammen. Ruhr-Inspekt hat dabei ehrenamtlich mit einer Wärmebilddrohne unterstützt.
Am Feldrand wird die Drohne aufgebaut, damit der Einsatz gleich starten kann. Im Optimalfall ist die Fläche bereits in der Flugplanung hinterlegt und der passende Flugweg vorbereitet. So kann die Wärmebilddrohne die Wiese effizient, sicher und lückenlos in gleichmäßigen Bahnen abfliegen.
Die Technik bringt den entscheidenden Unterschied. Mit Hilfe der Wärmebildkamera in der Drohne erkennt der Pilot Temperaturunterschiede im Gras. Liegt ein Rehkitz im Feld versteckt, erscheint es aus der Luft häufig als auffällige Wärmesignatur, die sich von der Umgebung abhebt. Trotzdem braucht es Erfahrung: Nicht jede Wärmesignatur ist automatisch ein Rehkitz. Auch Hasen, Füchse, Vögel, Mäuse, Ameisenhaufen oder erwärmte Maulwurfshügel können auffallen. Deshalb prüft der Pilot den Verdachtsfall genauer, bevor die Bodenhelfer losgeschickt werden.
Sobald aus der Luft ein Rehkitz oder eine verdächtige Stelle entdeckt wird, bleibt die Drohne darüber in Position. Dann beginnt der Einsatz der Bodencrew. Zwei Vereinsmitglieder machen sich auf den Weg in Richtung Drohne und werden vom Piloten bei Bedarf per Walkie-Talkie durch das hohe Gras gelotst. Dabei kommt es auf klare Kommunikation an: kleine Korrekturen nach links oder rechts, noch ein paar Meter geradeaus, dann vorsichtig nachsehen.
Ist ein Kitz gefunden, wird es behutsam mit einem Kescher gesichert. Danach legen die Helfer das Kitz in eine vorbereitete, mit Gras ausgelegte Box. Sie tragen Handschuhe und fassen das Tier nicht mit bloßen Händen an. Zusätzlich nehmen sie Gras aus der direkten Umgebung auf und legen es zwischen Hände und Kitz, damit möglichst wenig menschlicher Geruch an das Tier gelangt. In der Box bleibt das Kitz an einem geschützten Ort, bis die Wiese gemäht ist. Anschließend wird es in der Nähe des Fundortes wieder freigelassen, damit die Ricke es wiederfinden kann.
Was an einem solchen Morgen gelingt, ist die Leistung vieler Hände. Den Mittelpunkt bildet der Kitzretter e.V. aus Hagen: Er nimmt die Meldungen an, plant die Einsätze, koordiniert Technik und Menschen und sorgt dafür, dass überhaupt jemand zur richtigen Zeit auf der richtigen Wiese steht.
Die Landwirte denken mit und melden ihre Flächen rechtzeitig, bevor gemäht wird. Die Jagdpächter kennen das Revier und sind eingebunden, wo es nötig ist. Die Pilotinnen und Piloten lesen das Wärmebild mit geübtem Auge. Und die Bodenhelferinnen und Bodenhelfer gehen los, finden, sichern und tragen jedes Kitz mit ruhiger Hand aus der Wiese. Dass so viele Menschen früh aufstehen, ihre Freizeit geben und ehrenamtlich zusammenarbeiten, verdient großen Respekt. Genau dieses Miteinander rettet Leben.
Diese Seite gehört zu Ruhr-Inspekt, beschreibt aber ein ehrenamtliches Engagement und kein gewerbliches Angebot. Wer Fragen zu Drohnendienstleistungen hat, findet die Antworten auf der Kontaktseite.