Am 10. Juni 2026 haben das Bundesverkehrsministerium (BMV) und die DFS Deutsche Flugsicherung neue Rahmenbedingungen für Drohnenflüge innerhalb von Kontrollzonen veröffentlicht. Die neuen Grundsätze sollen den wachsenden Drohnenverkehr besser mit dem bemannten Luftverkehr rund um Flughäfen in Einklang bringen und schaffen erstmals eine klare Struktur für Freigaben, Betriebsgrenzen und Zuständigkeiten.
Für gewerbliche Drohneneinsätze ist das eine wichtige Änderung. Denn Kontrollzonen umfassen nicht nur das Flughafengelände selbst, sondern auch große Teile des Umlands. Im Ruhrgebiet betrifft das zum Beispiel Einsatzorte im Umfeld der Flughäfen Dortmund und Düsseldorf.
Update vom 06.08.2026: Neues DFS-Verfahren ist gestartet
Das neue Antragsverfahren der DFS ist seit dem 6. August 2026 online. In veröffentlichten Außenbereichen der Kontrollzonen kann die allgemeine Flugverkehrskontrollfreigabe bereits gelten. Sind sämtliche Voraussetzungen der DFS erfüllt, ist kein zusätzlicher Antrag bei der DFS erforderlich.
Liegt der Einsatzort nicht in einem entsprechend veröffentlichten Außenbereich oder wird eine der Voraussetzungen nicht erfüllt, bleibt eine Einzelfreigabe erforderlich. Vor jedem Flug sind deshalb die für den Einsatzort veröffentlichte Zone und die aktuellen Bedingungen der DFS zu prüfen.
Kontrollzonen werden in zwei Bereiche aufgeteilt
Kernstück der neuen Regelung ist die Aufteilung der Kontrollzone in einen Außenbereich und einen besonders sensiblen Innenbereich nahe am Flughafen:
- Im veröffentlichten Außenbereich kann die allgemeine Flugverkehrskontrollfreigabe bereits gelten, sofern sämtliche Voraussetzungen erfüllt sind. Dann ist kein zusätzlicher DFS-Antrag notwendig.
- Im Innenbereich nahe am Flughafen bleibt für jeden Betrieb eine Einzelfreigabe der Flugsicherung erforderlich, die räumlich und zeitlich eingeschränkt werden kann.
Gestaffelte Höhen bis 100 Meter statt pauschal 50 Meter
In den veröffentlichten Außenbereichen gelten je nach Zone gestaffelte Höhen: 25 Meter in Zone 2, 45 Meter in Zone 3 und bis zu 100 Meter in Zone 4. Maßgeblich sind die jeweils veröffentlichten Zonen, Höhenbezüge und weiteren Voraussetzungen der DFS.
Für die Praxis ist das ein Fortschritt: Gerade bei höheren Gebäuden, Schornsteinen, Masten oder Industrieanlagen war die pauschale 50-Meter-Grenze oft knapp bemessen. Mit den gestaffelten Höhen werden viele Einsätze im Außenbereich einer Kontrollzone planbarer, ohne dass jedes Mal eine Einzelfreigabe eingeholt werden muss.
Wann eine Einzelfreigabe erforderlich bleibt
Die allgemeine Freigabe greift nur, wenn der Einsatzort in einem veröffentlichten Außenbereich liegt und sämtliche Voraussetzungen erfüllt sind. Andernfalls muss weiterhin eine Einzelfreigabe bei der DFS beantragt werden. Wer einen Drohnenflug in einer Kontrollzone plant, sollte deshalb vor jedem Einsatz den aktuellen Stand auf der DFS-Seite und über DIPUL prüfen.
Was das für Drohneneinsätze im Ruhrgebiet bedeutet
Für Auftraggeber ändert sich am grundsätzlichen Ablauf nichts: Ein professioneller Anbieter prüft vor jedem Einsatz die Geozonen- und Freigabelage und plant den Flug entsprechend. In bereits veröffentlichten Außenbereichen können Einsätze wie Drohneninspektionen, Thermografieflüge oder Vermessungen nun mit weniger Vorlauf möglich sein, wenn sämtliche Voraussetzungen erfüllt sind.
Wichtig bleibt: Auch mit pauschalen Freigaben trägt der Betreiber die Verantwortung für den sicheren Ablauf. Qualifikation, Versicherung, aktuelle Geozonenprüfung und saubere Dokumentation gehören weiterhin zu jedem Einsatz dazu. Offene Fragen zu einem geplanten Flug in Flughafennähe lassen sich vorab über den Kontakt klären.
Fazit
Das neue DFS-Verfahren ist seit dem 6. August 2026 online. In veröffentlichten Außenbereichen kann die allgemeine Freigabe bei vollständig erfüllten Voraussetzungen bereits greifen; andernfalls bleibt die Einzelfreigabe erforderlich. Entscheidend ist daher die aktuelle Prüfung der jeweiligen Kontrollzone vor jedem Einsatz.